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Von Erfahrungen lernen-Die Gesprächsrunde mit Flüchtlingen im Freizeitbereich

Was es heißt, seine Familie zurück zu lassen, sich alleine auf einen Weg ins Unbekannte zu machen und dadurch tausende Kilometer von seiner Heimat entfernt zu sein, erfuhren einige Auszubildenden bzw. BvB-Teilnehmer/-innen des Bugenhagen Berufsbildungswerks aus erster Hand 

Mohi Aldin, ein junger, syrischer Mann (23 J.), erzählte lebhaft von seiner Flucht von Syrien nach Deutschland. Er sprach davon, wie er teilweise tagelang durch Länder gelaufen sei und ständig in Angst lebte, erwischt und wieder zurück geschickt zu werden. Die Teilnehmer/-innen des BBWs hörten angespannt zu und lauschten den Erzählungen des jungen Mannes, der mit Händen und Füßen und einem schon recht guten Deutsch seine Geschichte erzählte. Er machte den Jugendlichen deutlich, wie gefährlich die Flucht war und wie ihm diese überhaupt gelang. Er reiste zu Fuß oder auf LKWs mit der ständigen Angst, kontrolliert zu werden. Immer wieder gelangte er an Standorte, an denen er viel Geld für Schleuser bezahlen musste, um seinen Weg fortsetzen zu können. Seine Flucht kostete ihn fast 20 kg seines Körpergewichts und machte ihn ca. 4000€ ärmer.

Auch sein Freund, den er hier in Scharbeutz kennengelernt hat, berichtete von seiner Flucht. Dieser hat ähnliche Erfahrungen gemacht und musste sich teilweise in den Radlagern von LKWs verstecken, um Grenzen zu überqueren. Aus Furcht, in der Öffentlichkeit erkannt zu werden, möchte dieser aber er nicht namentlich genannt oder auf Bildern gezeigt werden. Die Gefahr ist ihm zu groß, dass seiner Familie dadurch etwas zustößt.

Nun sind beide Männer zwar in Deutschland angekommen, doch Mohi Aldins Familie lebt noch immer in Syrien. Er versucht regelmäßig Kontakt zu seiner Familie zu halten, doch das ist aufgrund der schwierigen Situation in seinem Heimatland nicht immer möglich, denn seine Eltern müssen dafür den schützenden Keller verlassen. Sein kleiner Bruder ist vor ein paar Wochen erschossen worden. Am Morgen habe er noch mit ihm telefoniert und am Abend bekam er dann die schreckliche Nachricht von seinen Eltern. Totenstille war im Raum, als Mohi dies den Jugendlichen erzählte. Keiner der Jugendlichen konnte sich vorstellen wie es ist, alles zu verlieren und seine Familie in Gefahr zurück zu lassen.

Das Ziel von Mohi Aldin ist es nun, einen Ausweis zu bekommen und sich mit harter Arbeit für die Aufnahme in Deutschland zu bedanken. „Ich möchte meinen Eltern Geld schicken und sie sollen auch nach Deutschland kommen“, berichtet er und hofft darauf, dies trotz der schwierigen Situation zu ermöglichen. 

Nach den Erzählungen bedankten sich nicht nur die Jugendlichen bei ihm für das interessante Gespräch, auch er selbst klatschte Beifall und bedankte sich bei Deutschland. Anschließend gab es noch kleine Einzelgespräche zwischen den Jugendlichen deutscher und syrischer Herkunft. Beendet wurde der Abend mit einer Partie Kicker und einer Einladung zum anstehenden Abgrillen im 

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