zum Inhalt

10.06.2010

Theateraufführung im Bugenhagen Berufsbildungswerk zum Theama Autismus

KING FUTURE

Irritiert, überfordert und manchmal fasziniert schaut und reagiert die Umwelt auf Menschen mit dem Asperger Syndrom. Was aber diese Menschen wirklich bewegt, wie sie empfinden, wie sie ihre Umgebung wahrnehmen und wovon sie träumen bleibt in der Regel ihren Mitmenschen verborgen. Mit der Intention, mehr Verständnis und Akzeptanz für die Betroffenen zu erzeugen, hat die Einrichtungsleiterin Inka Kielhorn, Fachleute aus dem psychologischen, sozialen, pädagogischen und medizinischen Bereich der Region zu der Theateraufführung „King Future“ ins Bugenhagen Berufsbildungswerk eingeladen.

Die erforderliche Fachkompetenz, um mit den Betroffenen arbeiten zu können, erhalten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen durch spezielle Fortbildungen zum Thema Autismus, sich aber mal in die zum Teil skurril anmutende Welt eines Autisten zu begeben, hinterlässt Spuren auf einer ganz anderen Ebene des Verstehens.

In einer bewegenden und authentischen Inszenierung gelingt es Christiane Richers mit ihrem „Theater am Strom“ in beeindruckender und anschaulicher Weise die Geschichte eines jungen Menschen mit einer autistischen Entwicklungsstörung auf die Bühne zu bringen.

Es ist die reale Geschichte des Gerrit Hasirci, eines jungen Mannes, der sich King nennt und auf allen Ebenen versagt. Er selbst konnte sich nie erklären, warum er in der Familie, in der Schule, in der Liebe so große Schwierigkeiten hatte. Er kam ins Heim, wurde zunehmend ausgegrenzt.
Erst mit 18 Jahren wurde bei ihm eine besondere Form von Autismus festgestellt: das Asperger Syndrom. Diese Störung beschert den Menschen oft eine einzelne ausgeprägte Begabung bis hin zum Genie. Es macht ihnen aber auch die Fähigkeit zu fühlen, sich sozial zu verhalten oder Liebesbeziehungen einzugehen schwer bis unmöglich.

Das Einpersonenstück „King Future“, überzeugend und exzellent gespielt von Axel Pätz, wird durch die Songs und Zeichnungen von Gerrit Hasirci zu einer außergewöhnlichen und nachhaltigen Erfahrung für den Zuschauer.

Wenn auch nur einen Spalt breit, so hat sich doch die Tür zu einer verborgenen Kammer durch diese Theateraufführung geöffnet, so die einhellige Meinung der Gäste beim anschließenden Imbiss. Tief bewegt und mit dem Bedürfnis sich auszutauschen verweilten die Besucher noch lange nach der Vorstellung in der Bugenlounge. Durch die Gespräche zwischen den Fachleuten, den Betroffenen Verbänden und Interessierten ergaben sich ganz spontan neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit und der Vernetzung. Es war Kunst die bewegt!

zurück zur Übersicht