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07.10.2013

ECHT KRASS- Der interaktive Präventionsparcours zum Thema sexuelle Gewalt und Jugendliche im Bugenhagen Berufsbildungswerk

Kinder und Jugendliche wachsen in der heutigen Zeit in einer immer stärker sexualisierten Umwelt auf. Sie sind umgeben von Werbung mit sexuellen Anspielungen, sie sehen bereits im Nachmittagsprogramm im Fernsehen nackte Haut und sie haben vor allem durch das Internet einen leichten und immer verfügbaren, fast omnipräsenten Zugang zu sexuellen bzw. pornographischen Inhalten. Mit dieser Entwicklung stiegen auch die Fälle von sexuellen Übergriffen unter den Jugendlichen selbst, viele der Täter/-innen sind unter 21 und die meisten Jugendlichen haben laut unterschiedlichen Studien bereits direkt oder zumindest im Bekanntenkreis Situationen die von sexueller Gewalt geprägt waren, erlebt. Mit anderen Worten: Sexuelle Gewalt in seinen unterschiedlichen Ausprägungen gehört zum täglichen Leben der Jugendlichen.

Um dem entgegenzuwirken und Jugendliche bezüglich dieses aktuellen Themas zu sensibilisieren, ihnen Informationen zum Schutz zu bieten und Handlungsalternativen zur Stärkung ihrer sozialen Kompetenz aufzuzeigen, entwickelte das Präventionsbüro Schleswig-Holsteins "Petze" die interaktive Ausstellung "Echt Krass". Diese gastierte im November 2013 für eine Woche im Bugenhagen BBW Timmendorfer Strand und konnte gratis von allen Rehabilitanden/-innen besucht werden. Hierbei konnten die jungen Auszubildenden an fünf unterschiedlichen Stationen spielerisch und aktiv ihr Wissen und vor allem ihre Einstellung zum Thema sexuelle Gewalt unter Beweis stellen. Was hat ein Porno mit echter Liebe zu tun? Was ist ein guter Flirt und was wird als blöde Anmache verstanden? Wo liegen die Grenzen zwischen attraktiver und sexistischer Werbung? Welche Mythen und Vorstellungen gibt es über sexuelle Gewalt bzw. über Vergewaltigungen? Diese und weitere Fragen konnten die Jugendlichen unter der Moderation von zwei geschulten Mitarbeitern aus dem Arbeitskreis Sexualpädagogik des Bugenhagen BBWs für sich klären. Darüber hinaus versucht die Ausstellung vor allem Jugendliche über ihre Rechte auf Schutz und Hilfe bei sexueller Gewalt zu informieren aber auch Lehr-und Fachkräfte beim Umgang mit diesem schwierigen Thema mit Handlungsmöglichkeiten zur Prävention und Intervention zu versorgen, was von den Mitarbeitern gerne genutzt wurde. Die moderne Gestaltung des Parcours mit aktuellen Beispielen und der Einsatz von verschiedenen Sinneserfahrungen, wie dem Lauschen eines sich erhöhenden Herzschlages, sorgten dafür, dass die Jugendlichen sehr interessiert und zahlreich teilnahmen. Es entwickelten sich auch immer neue Diskussionen mit den Moderatoren zu Themen, die so gar nicht direkt vorkamen, wie Fragen nach der Sonderstellung von Homosexuellen bzw. Transgendern in Bezug auf sexuelle Gewalt. "Ich fand die Ausstellung wirklich sehr interessant. Es sind hier alles aktuelle Themen, wie auch Mobbing und so, die eigentlich jeden beschäftigen. Es ist jeder irgendwie betroffen", äußerte sich einer der Auszubildenden und bestätigte damit die Dringlichkeit durch verschiedene Maßnahmen wie unter anderen "Echt Krass", den Jugendlichen durch Informationen und Gespräche gerade in der heutigen, mediatisierten Zeit zu helfen und zu schützen.

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