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13.01.2015

"Fake oder war doch nur Spaß"- Die Thematisierung von Cybermobbing einmal anders

Am 26. November 2014 war es wieder einmal soweit: Das Ensemble „Radiks“ aus Berlin war zu Gast im Bugenhagen Berufsbildungswerk Timmendorfer Strand und zeigte ihr Theaterstück „Fake oder war doch nur Spaß!“.

Im Mittelpunkt des Stücks steht die siebzehnjährige Lea, die davon träumt Sängerin zu werden. Als sie schließlich in eine Casting-Agentur aufgenommen werden soll, weckt dies den Neid einiger ihrer Mitschüler/-innen, ganz besonders den von  Nadine,  Leas  vermeintlich  bester  Freundin.  Erste  Sticheleien  und Ausgrenzungen beginnen in der Schule und schließlich weiten sich die Mobbing-Attacken auch auf diverse Netzwerk-Portale aus, unter anderem auf Facebook und Youtube.

Lea wehrt sich zunächst gegen die Kommentare und Lügen, postet ihrerseits Kommentare und stellt unter anderem einen von ihr verfassten Rap-Song gegen die Mobber online. In der Folge erhält Lea nun auch anonyme Drohanrufe und Beleidigungen via Telefon und SMS. Was als vermeintlicher „Zickenkrieg“ begann, nimmt nun Ausmaße an, die keiner der Beteiligten voraussehen konnte…

Die beiden Schauspieler/-innen Romana Schneider und Larius Phoulivang übernahmen alle Rollen des Stücks, wobei sie sich für jede Rolle hinter der Bühne blitzschnell umzogen. Gebannt und interessiert verfolgten die insgesamt  130 Teilnehmer des BvB (Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen) die zwei Aufführungen.

Die Vorstellung beschäftigt sich vorrangig mit dem Thema Mobbing und Cyber-Mobbing unter Jugendlichen. Thematisiert wurden hierbei unter anderem die persönlichen und rechtlichen Folgen von Beleidigungen, Bedrohungen und sexueller Belästigung über das Internet und Handy. Aber auch die Bereiche Missbrauch von Daten sowie die Erlebnis- und Medienkultur der Jugendlichen in den sozialen Netzwerken im Allgemeinen wurden angesprochen.

Nach der rund einstündigen Aufführung stand die Diskussion mit den  Schauspielern im Mittelpunkt. Im Nachgespräch wurden unter anderen folgende Fragen besprochen: Wie hätte die Eskalation verhindert werden können? War die Entwicklung absehbar? Wer hätte an welchem Punkt eingreifen können? Wer hat „Schuld“ an der Entwicklung? Was kann ich tun wenn mir so etwas passiert?

Schnell wurde deutlich, dass zahlreiche Zuschauer eigene Erfahrungen mit dem Thema Mobbing haben. Erkenntlich wurde dabei, dass das frühzeitige Melden derartiger Vorfälle die Spirale des Mobbings durchbrechen kann. Den Abschluss bildete der Hinweis auf die entsprechenden Ansprechpartner im Bugenhagen Berufsbildungswerk wie den Praxisunterweisenden, Internatsbetreuer/-innen, Bildungsbegleiter/-innen und die Psychologen/-innen, die bei solchen Problemen helfen können.

Das Theaterstück  ist die alljährliche Auftaktveranstaltung für die Medienschulung im  BvB. In den folgenden Monaten finden im Internat Gruppenabende zu den Themen: „Facebook aber sicher – richtige Einstellungen im sozialen Netzwerk“ und „Persönlichkeitsrechte  - was darf ich im Internet“ statt. Die Nachmittage werden in Zusammenarbeit mit den Auszubildenden des 1. Lehrjahres „Fachinformatik/ Systemintegration“ gestaltet und sollen helfen, einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Medium Internet im Allgemeinen bzw. den sozialen Medien im speziellen zu stärken.

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