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27.05.2015

„Der Abend der Begegnung“- ein Abend des Mutmachens

Am Dienstag den 12. Mai 2015 fand in Büdelsdorf bei Rendsburg der traditionelle „Abend der Begegnung“  statt.  Zu dem Empfang des Diakonischen Werkes Schleswig-Holstein wurden sowohl zahlreiche Gäste aus Politik und Kirche, wie beispielsweise Bischof Gothart Magaard, geladen, als auch Vertreter der AZVs (Auszubildendenvertretungen) verschiedener diakonischer Berufsbildungswerke, wozu auch eine Delegation von Auszubildenden/AZV-Mitgliedern des Bugenhagen Berufsbildungswerks Timmendorfer Strand mitsamt der Vertrauensbetreuerinnen Annegret Schasiepen und Sandra Brandt, sowie Einrichtungsleiterin Inka Kielhorn, gehörte.

Eröffnet wurde der Abend in der ACO Thormanhalle durch Landespastor Heiko Naß, der die über 200 geladenen Gäste sehr herzlich begrüßte und sich besonders über das Erscheinen der jungen Auszubildenden freute. Er erläuterte in seiner Eröffnungsrede den Erfolg und die Wichtigkeit von Berufsbildungswerken, die den jungen Menschen die Möglichkeit bieten, ihre eigenen Kompetenzen zu entdecken, diese zu fördern und auch entsprechend gefördert zu werden und das in einer zeitlichen und räumlichen Umgebung, die es ihnen ermöglicht, ihre Qualitäten so zu entwickeln, dass sie auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Chance haben.

Als Rednerin wurde die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Verena Bentele, eingeladen, die besonders die Chancengleichheit in der Gestaltung ihrer Zukunft für behinderte und nicht-behinderte Jugendliche forderte. Es ist laut ihr immens wichtig, Jugendliche mit Behinderung nicht auf ihre Defizite zu reduzieren, sondern ihre Fähigkeiten zu erkennen und entsprechend zu fördern. Erfrischend offen und persönlich berichtete sie den Gästen und im Speziellen den angereisten Jugendlichen von ihren eigenen Erfahrungen im Umgang mit ihrer Behinderung (die zwölffache Paralympics-Siegerin im Biathlon ist von Geburt an blind), und machte den Jugendlichen Mut, trotz diverser „Stolpersteine“ ihren Weg zu gehen und ihre Ziele zu verfolgen. Für den beruflichen Werdegang nannte sie die möglichst betriebsnahe Ausbildung als größten Garanten für einen erfolgreichen Berufseinstieg,  die in der freien Wirtschaft so, aufgrund des hohen Unterstützungsbedarfs,  aber oft nicht möglich ist, weshalb gerade die Politik gefragt ist, passende Ausbildungsmodelle zu gestalten.

Nach der Rede folgte eine Podiumsdiskussion, moderiert durch Landespastor Naß, zu dem auch AZV-Mitglieder auf die Bühne kamen und sich offen und ehrlich über ihre Zukunftswünsche und auch Ängste äußerten. Eingeleitet wurde die Diskussion durch einen Film, in dem genau zu diesen Themen „Zukunfts-Wünsche/-Ängste“ Auszubildende zu Wort kamen, die selbst ganz genaue Vorstellungen haben, was sie sich wünschen bzw. welchen Anspruch sie an sich und gegenüber anderen stellen. „Ich möchte zeigen, dass ich trotz meiner Einschränkung, die ich ja habe, genauso wertvoll bin, wie andere auch“ erläutert Lars Schmidt (21) und auch Patrick Boe (22) wünscht sich „mehr Akzeptanz von der Öffentlichkeit, dass die nicht immer so tun, als würde man gar nichts können“, womit beide völlig Recht haben.

Zum Dank an Verena Bentele wurden ihr von den AZV-Mitgliedern/Mitarbeiter/-innen schon im Vorfeld in einem Workshop angefertigte und mit der Braille-Schrift versehene Steine überreicht, jeweils in hell und dunkel, die symbolisch ihre Zukunftswünsche und Ängste darstellten, worüber diese sich sehr freute.

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