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01.09.2015

Sie haben ihn geschafft: Den "Führerschein zum Arbeiten" - Die Freisprechung von 105 Auszubildenden

Freitag, der 28.08.2015 bleibt den zahlreichen Absolventinnen und Absolventen sowie ihren angereisten Familien und Verwandten wohl noch lange in guter Erinnerung. Wie jedes Jahr krönte die feierliche Freisprechung in der Strandallee 2 in Timmendorfer Strand die erbrachten Leistungen der jungen Auszubildenden, die fortan als qualifizierte Fachkräfte ihren Weg nun außerhalb des Bugenhagen Berufsbildungswerks bestreiten. Von insgesamt 109 angetretenen Prüflingen aus 34 unterschiedlichen Ausbildungsgängen schafften 105 ihren Abschluss (96,3%), was entsprechend gute Laune bei der Feier verbreiten ließ. 

Die Begrüßung durch Einrichtungsleiterin Inka Kielhorn galt neben den Ehrengästen (u.a. Michael Bartolf, der neue Schulleiter des Ostsee Gymnasiums in Timmendorfer Strand), Eltern und Mitarbeitenden des Berufsbildungswerks vorrangig natürlich den nun ehemaligen Auszubildenden, die mit ihrem erfolgreichen Abschluss eine weitere Stufe ihres (beruflichen) Lebens gemeistert haben. Neben der herzlichen Gratulation gab sie aber zu bedenken, dass der Sinn des Lebens, ganz nach Albert Einstein, nicht daraus besteht, besonders erfolgreich zu sein, sondern besonders wertvoll. Und als wertvoll empfand Inka Kielhorn die jungen Absolventen in ihren zwei bis teilweise vier Jahren, die im Berufsbildungswerk verbracht wurden, allemal. Sie sah die ehemaligen Lehrlinge stets als fröhliche und höfliche, aber vor allem auch als offene und tolerante Jugendliche, gerade wenn es um den Umgang mit den eigenen Beeinträchtigungen oder um das Zusammenarbeiten bzw. -leben mit den anderen Auszubildenden geht. 

Im Anschluss richtete auch Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck, als Ehrengast ein paar Worte an die ehemaligen Auszubildenden, in denen er ihnen nicht nur zum Bestehen der Ausbildung gratulierte, sondern auch auf das Ausmaß dessen hinwies. "In Deutschland braucht man für alles einen Schein, und sie haben jetzt einen der wichtigsten: den Führerschein zum Arbeiten!" Weiter bedankte er sich für den Abschluss, da sich damit die jungen Menschen als Fachkraft qualifiziert haben und dies ein wichtiger Garant für den Wohlstand der Bundesrepublik Deutschland in der Zukunft sei. "Innerhalb der nächsten zehn Jahre gehen ca. sechs Millionen Menschen in die Rente und hinterlassen damit Platz für neue, junge Fachkräfte. Sie sehen also, es gibt mehr als genug zu tun" erläuterte Markus Dusch und machte damit vor allem denen Mut, die vor bzw. mit ihrem Abschluss noch keine aktuelle Zusage für eine Arbeitsstelle haben. Für die Meisten ist diese Sorge aber schon jetzt unbegründet, da sich zum Zeitpunkt der Freisprechung  bereits 58% der Absolventen in einem sozialversicherungspflichtigem Arbeitsverhältnis oder einer weiterführenden Ausbildung befinden. 

Auch Birgit Becker (Leiterin der Berufsschule Timmendorfer Strand) und Gabriele Frasch (Leiterin Sozialer Dienst/Internat BBW) richteten ihre Glückwünsche aus und erinnerten, dass gerade der Teamgeist und die Teamfähigkeit, die in der Zeit in Timmendorfer Strand erlernt wurden, wichtig ist im weiteren Leben und wünschten den Absolventen alles Gute auf ihrem weiteren Weg, ganz gleich wie dieser aussieht. Nach einer musikalischen Pause durch die BBW-Band, die durch ganz eigene Versionen von Andreas Bouranis "Auf Uns" und Revolverhelds "Lasst uns gehen" den Anlass der Freisprechung passend aufgriffen, wurde die eigentliche Freisprechung durch Ausbildungsleiter Hartmut Binder "in Ehrbarkeit, Wahrhaftigkeit und in Gerechtigkeit" durchgeführt. Die Absolventen nahmen stolz und unter herzlicher Mitwirkung von Ausbildern und auch einigen Prüfern, die sich extra die Zeit nahmen, ihre Zeugnisse unter lautem Applaus entgegen. 

Zum Abschluss gab es auch noch die Gratulation aller Mitauszubildenden, stellvertretend vorgetragen von Patrick Emonds und William Klofski aus der Auszubildendenvertretung des BBW. "Läuft bei euch" war das abschließende Fazit der amüsanten Rede der beiden, was durch tosenden Applaus der Absolventen bestätigt wurde. Da bleibt nur zu wünschen, dass es auch weiterhin so gut bei den Berufseinsteigern läuft. 

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