zum Inhalt

26.05.2016

„Das Zusammenspiel macht ein gutes Konzert aus“

Ausbildungsleiter und stellvertretender Einrichtungsleiter Hartmut Binder verlässt nach fast 25 Jahren das Bugenhagen Berufsbildungswerk, um sich seinem wohlverdienten Ruhestand zu widmen.   

Bereits seit dem 01.03.1992 ist Hartmut Binder Ausbildungsleiter im Bugenhagen Berufsbildungswerk und hat in seinen vergangenen Dienstjahren vieles mitgestaltet, konzeptioniert und geplant, was das Berufsbildungswerk zu dem gemacht hat, was es heute ist.

Bevor er seine Stelle in Timmendorfer Strand antrat, arbeitete er für das Berufsförderungswerk München, wo er sowohl die Öffentlichkeitsarbeit zuständig war, als auch als Assistent des Geschäftsführers fungierte. Doch nach einigen Jahren dort, strebte er nach einem beruflichen Aufstieg und auch eine örtliche Veränderung schien verlockend, so dass er sich kurzentschlossen auf eine Anzeige in der „Zeit“ für den Posten des Ausbildungsleiters bewarb und die Stelle auch bekam. „Ich wurde hier oben sehr nett aufgenommen und auch die Einarbeitung unter Herrn Daude (ehemaliger Einrichtungsleiter) verlief unkompliziert“.

Dass vieles damals anders war, scheint in Anbetracht der langen Amtszeit nur logisch. „Damals waren die Veränderungsprozesse lange nicht so schnelllebig und von außen vorgegeben wie heute. Es ging uns damals primär um die pädagogische Konzeptionierung unserer Arbeit. Was sind eigentlich die Ziele eines Praktikums und welche Pflichten trägt der Praktikumsbetrieb? Wie akquiriert man einen Praktikumsbetrieb, wie kann man die eigenen Kräfte der Auszubildenden mobilisieren? Wie kann man eine Selbstbeurteilung der Auszubildenden in Verbindung mit einer regelmäßigen Beurteilung des Ausbilders kombinieren? Das waren Fragen, die uns damals beschäftigten. All die pädagogischen Methoden und Kontrollelemente wie der Ausbildungspass wurden erst entwickelt.“

Neben der Definierung und Einführung diverser pädagogischer Handlungsstrategien hatte Hartmut Binder aber vor allem ein großes Ziel im Auge: Die Einführung neuer Berufe, um die Möglichkeiten der Teilnehmer/-innen zu vergrößern. „Mir ging es immer darum, unser Angebot zu erweitern, aber gerade im Hinblick auf unsere Berufspalette war es mir ein großes Anliegen, möglichst vielseitig aufgestellt zu sein, für das BBW, aber natürlich auch für die Auszubildenden. Als ich hier anfing gab es elf Berufe, heute sind es über 50, da hat sich schon eine Menge getan.“ Besonders die Einführung des/der Fachpraktiker/-in für Haus-und Gebäudedienste erwies sich als doppelt erfolgreich, da zum einen die Wirtschaft einen erhöhten Bedarf an Fachkräften mit diversen Einsatzmöglichkeit hat, zum anderen der Beruf auch gerade Jugendlichen mit ADHS, durch seinen Abwechslungsreichtum, entgegenkommt.

Doch auch das innerbetriebliche Klima stand für Herrn Binder immer im Fokus, denn es ging ihm stets darum, „…übertriebenes Abteilungsdenken zu unterbinden. Es gibt nicht die wichtigste Abteilung im Rehabilitations-Prozess. Egal ob Ausbildung, Internat, Integrationsdienst, sozialer Dienst, Psychologischer Dienst, Verwaltung, Haustechnik oder der Fahrdienst, es geht nicht ohne alle anderen. Das Zusammenspiel aller Instrumente macht ein gutes Konzert aus und ich hoffe, dass dies stets so bleibt.“

Das Schönste in seiner Arbeit waren neben großen Erfolgen, wie unter anderen die Einführung des Berufs des Altenpflegehelfers (als erstes Berufsbildungswerk Deutschlands), vor allem alltägliche Geschehnisse: „Mich freuten immer die Kleinigkeiten im Arbeitsalltag, sei es ein tolles Praktikumszeugnis oder, dass mir zum Beispiel  gerade von einem mir unbekannten Auszubildenden alles Gute für die Zukunft gewünscht wurde. Es freut mich einfach, wenn man merkt, dass etwas gut gelaufen ist bzw. wir mit unserer Arbeit etwas Gutes erreicht haben. Natürlich auch die Wertschätzung durch unsere Kostenträger. Zudem fand ich es immer schön zu sehen, wie unser Haus von Freundlichkeit geprägt ist“.    

Jetzt freut sich Hartmut Binder aber erstmal auf einen leeren Terminkalender und auf eine bevorstehende Radtour in den Alpen, um den Kopf frei zu bekommen und etwas Abstand von seinem langjährigen Arbeitsplatz zu bekommen.

„Das Bugenhagen Berufsbildungswerk war für mich immer lebendig und vital, aber auch ernsthaft im pädagogischen Verständnis, wenn es um Zielsetzung und Erreichung geht. Ein kooperativer, synergetischer Betrieb, der sich immer freundlich zeigte und an dem ich mit Freude bei der Arbeit sein durfte – ein großes Glück!.“

Zu seiner feierlichen Verabschiedung am 18.05.2016 kamen, neben vielen Mitarbeitenden, darunter auch seine Nachfolgerin, Bettina Fidus, vor allem  Vertreter von Kooperationsbetrieben, sowie der Agentur für Arbeit und der IHK Lübeck, um mit ihm seinen Berufsausstieg zu feiern und seine Leistungen zu würdigen. Besonders herzlich dankte Einrichtungsleiterin Inka Kielhorn Ihrem langjährigen Kollegen: „Für die gemeinsame Zeit kann ich mich bei Hartmut Binder nur bedanken. Er hat die Geschichte unserer Einrichtung mit seiner herausragenden Persönlichkeit und durch seine bemerkenswerten Kompetenzen maßgeblich mitbestimmt und zu dem gemacht, was sie heute ist. Mir war er ein wichtiger Berater, wertvoller Kollege und ist zu meinem Berufsfreund geworden.“

zurück zur Übersicht