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16.01.2017

Inklusion fängt im Herzen an, Inklusion geht uns alle an…

Dieser Leitsatz prägt das dreitägige Seminar „Inklusive Ausbildung von jungen Menschen“, welches Nicole Schenk (Leiterin der Reha-Fachdienste des Bugenhagen BBW) und Birte Uhlig (Psychologin im Bugenhagen BBW) für Mitarbeitende der Daimler AG Stuttgart konzipiert und erfolgreich durchgeführt haben.

Vom 05. - 07. Dezember 2016 setzten sich neun Mitarbeitende der Ausbildung bei Daimler mit dem auch auf sie zukommende Thema der inklusiven Ausbildung auseinander und konnten in dieser Zeit ihr ganz eigenes Rollenverständnis als Ausbildungs-Coach für Menschen mit Handicap entwickeln. Hierbei wurde fundiert erörtert, welches Verständnis von Inklusion bei den Mitarbeitenden vorherrscht und welche tragende Rolle der/die Ausbilder/-in im Prozess der inklusiven Ausbildung einnimmt. Besonderes Interesse hatten die Seminarteilnehmer/-innen unter anderem an der Arbeit mit Menschen mit Lern-und Konzentrationsschwächen und diskutierten in diesem Kontext die Möglichkeiten und Grenzen der inklusiven Ausbildung bei Daimler. Zudem beschäftigte sie vor allem die nötige Abgrenzung zu den Auszubildenden und der Unterschied zwischen Ausbildungscoach und Ausbildungstherapeut.

Eine Besonderheit des Seminars war die Partizipation von Auszubildenden des Bugenhagen Berufsbildungswerks, die den Teilnehmenden darstellten, welche Fördermöglichkeiten ihnen selbst in ihrer Ausbildung im BBW helfen. So konnten in extra arrangierten Interviews die Auszubildenden als Experten in eigener Sache Fragen rund um die Themen Lernmethoden, Arbeitsplatz-Gestaltung und sonstige hilfreiche und vor allem zielführende Maßnahmen beantworten. „Wenn meine Auszubildenden auch so von ihrem Traumberuf schwärmen würden, wie der junge Tischler-Auszubildende mit ADHS, dann würde mich das schon sehr glücklich machen“, war eine der Rückmeldungen nach den Interviews.

 Um noch tiefere Einblicke in die Arbeit in der Ausbildung des Bugenhagen BBWs zu erlangen, wurden innerhalb des Seminars auch unterschiedliche Ausbildungsbereiche besucht bzw. dort hospitiert, um sich auch im direkten Austausch mit den BBW-Ausbildern über Probleme, aber auch konstruktive Lösungsvorschläge auszutauschen.

Insgesamt waren die Vertreter/-innen von Daimler sehr begeistert von dem Workshop. Gerade die Mischung aus der Vermittlung von fachtheoretischem Wissen, reflektierten Überlegungen bzw. Diskussionen zum Thema inklusiver Ausbildung und dem praktischen Austausch mit Auszubildenden und Ausbildern, machte das Seminar zu einem ganz besonderem. „Es war wirklich ein sehr teilnehmerorientiertes, lehrreiches Seminar mit einem angenehmen Lernklima. Und es gab super Kommentare während den Interviews mit den Auszubildenden. Ich war nicht nur dicht dran, ich war mit dabei“, fasste einer der Teilnehmenden des Seminars zusammen.

Für Nicole Schenk, die sich sowohl für das Konzept, als auch für die Durchführung des Seminars verantwortlich zeigte, war das durchwegs positive Feedback nicht nur als einmaliger Erfolg zu verbuchen, sondern auch von perspektivischer Tragweite: „Es ist ungemein wichtig für Berufsbildungswerke die Nähe auch zu großen Wirtschaftsunternehmen zu suchen und durch eine konstruktive Zusammenarbeit den Umgang mit dem wichtigen Thema „Inklusion“ zu erleichtern und zukunftsträchtig mitzugestalten“.   

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