zum Inhalt

04.06.2008

Theaterfestival kehrte nach 23 Jahren an seinen Ursprungsort zurück

Jung, dynamisch und künstlerisch auf hohem Niveau arbeiteten junge Menschen mit Handicaps an Inszenierung und Regie in 9 verschiedenen Workshops im Bugenhagen Berufsbildungswerk (BBW) zum diesjährigen Festivalthema – Im Bann der Piraten -. Kurz vor dem 25.sten Jubiläum kam das Theaterfestival am 16.Mai für drei Tage zurück nach Timmendorfer Strand. Dort wurde das Theatertreffen 1985 ins Leben gerufen. Seither treffen sich die „Bühnen“ der Berufsbildungswerke jedes Jahr an einem anderen Ort in der Republik zu diesem Festival.

Nach einer arbeitsreichen und intensiven Vorbereitungszeit von mehr als einem Jahr, ist es den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Bugenhagen Berufsbildungswerkes gelungen, ein hochkarätiges Festival mit hervorragenden Künstlern, als Dozenten der Workshops, auf die Beine zu stellen.

Die 130 Akteure aus 12 BBWs tauschten sich aus, lernten von einander und zeigten, was andernorts in ihren Arbeitsgemeinschaften geleistet wurde und wird. Denn trotz ihrer Behinderung trauen sich diese Jugendlichen auf die Bühne! Ihre Handicaps treten in den Hintergrund, denn durch dieses Hobby können sie für sich einen Ausgleich für ihre oft nicht leichte Lebenssituation schaffen.

Da eine solche Veranstaltung natürlich auch eine Menge Geld kostet, gilt es allen zu danken, die das „Theaterfestival“ unterstützt und gefördert haben. Als besonders großzügige Sponsoren sind da die Dräger- Stiftung in Lübeck und die Deutsche Bank in Timmendorfer Strand zu nennen.
Die Wurstfabrik Brandenburg sorgte mit ihrer Spende für einen köstlichen Grillabend für fast 200 Gäste und auch Petrus war großzügig und lieferte den sommerlichen Rahmen. Für die von weither angereisten Landratten, war die anschließende abendliche Bootstour auf der Ostsee die Einstimmung in die maritime Thematik.

Fröhlichkeit, Humor und ganz viel Kreativität waren die anderen guten Zutaten für ein gelungenes Theaterevent in Timmendorfer Strand.
Steven Wallner aus Leipzig z. B. war in dem Akrobatik-Workshop von "Ola“ Alexandra Czaplejewicz, einer Tanz- und Zirkuspädagogin. Steven berichtete unheimlich stolz: „Ich habe die Rolle rückwärts geschafft!
Aber nicht einfach auf der Bodenmatte, sondern auf dem Trapez und das mit meinen Unterschenkelorthesen, ohne die ich nicht laufen kann. Es war einfach unglaublich für mich, zum ersten Mal in meinem Leben auf dem Trapez zu stehen.“

Auch alle anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen dieses Workshops präsentierten beeindruckende Übungen bei der Abschlussveranstaltung.
Aber egal, ob beim Theaterkampf, Unterwasser Marionettentheater oder beim Schwarzlichttheater, die Begeisterung und die Spielfreude der jungen Menschen war überall zu spüren.

Und Theater begeistert, auch in den Zeiten von Multimedia, Internet und Computerspielen, wenn es versteht, die jungen Menschen einzubeziehen.
Der Abschied am letzten Tag fiel den jungen Akteuren nach so einem tollen Wochenende doch sehr schwer, aber das nächste Theatertreffen kommt bestimmt.

Einige Bilder zur Veranstaltung finden Sie in unserer Fotogalerie. Oder klicken Sie hier.

zurück zur Übersicht