Auswege aus der Entmutigung… get empowered

01. Februar 2018

35. Fachtagung der Psychologinnen und Psychologen der Berufsbildungswerke

„Was hilft Menschen mit psychosozialen Handicaps wirklich, um im Sinne einer erfolgreichen Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben zu partizipieren?“ Diese Leitfrage beschäftigte Expertinnen und Experten der beruflichen Rehabilitation bei der 35. Fachtagung der Psychologinnen und Psychologen der Berufsbildungswerke, die in diesem Jahr vom 08.-10. November 2017 im Bugenhagen Berufsbildungswerk Timmendorfer Strand stattfand.

Nicole Schenk (Leiterin Reha-Fachdienste des Bugenhagen BBW) erarbeitete mit ihrem Team des psychologischen Fachdienstes ein buntes Programm aus Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden, die sich alle mit dem Motto „Die Menschen stärken, Ressourcen fördern“, beschäftigten. Ziel der Tagung war es, sich dem Konzept „Empowerment“, welches sich in den letzten Jahren in der psychosozialen Arbeit etablieren konnte, aus möglichst vielen Blickwinkeln zu nähern.

Ein Frau übergibt Blumen an eine Gruppen Psychologen/-innen

Frau Schenk (Leiterin Reha-Fachdienste des Bugenhagen BBW) bedankt sich bei ihrem Team

Ausgehend von dem Zitat von Abraham Lincoln, „Man hilft Menschen nicht, wenn man für sie tut, was sie selbst tun können“, eröffnete Prof. Dr. Norbert Herriger mit seinem Vortrag über Empowerment die Tagung. „Es ist von größter Wichtigkeit, Auswege aus der „Fürsorge-Falle“ zu suchen und Klientinnen und Klienten durch Mut machende Prozesse in der Entdeckung eigener Ressourcen und Talente zu unterstützen. Im Mittelpunkt der psychosozialen Arbeit sollte gerade die Entdeckung ungenutzter Stärken und die Förderung vorhandener Ressourcen liegen, damit  Aufgaben und Anforderungen selbst bewältigt werden können und dadurch ein hohes Maß an Selbstwirksamkeit erfahren wird“, erklärte der Professor für Soziologie.

Priv.-Doz. Dr. Ralf Demmel vertiefte anschließend in seinem Vortrag das Empowerment-Konzept und stellte zur Förderung von Autonomie und Selbstvertrauen das „Motivational Interviewing“ als patientenzentriertes Verfahren vor. Hierbei sollen Patientinnen und Patienten nicht „überzeugt“ oder zu etwas überredet werden, sondern vielmehr in einem „Change Talk“, einem  „lauten Nachdenken über Veränderungen“, ermutigt werden.

Nach dem theoretischen Einstieg stand der zweite Tag der Fachtagung ganz im Zeichen des Ausprobierens von Methoden rund um das Thema „Empowerment“. In verschiedenen Workshops wurden u. a. ausgewählte Coaching-Methoden erprobt, Best-Practice-Beispiele und -Instrumente vorgestellt, die eigene Praxis kritisch hinterfragt, Fallbeispiele besprochen und der Einfluss von Empowerment auf die Inklusion diskutiert. Zudem wurde eruiert, wie der aktuelle Stand der Umsetzung dieses Konzepts in den Berufsbildungswerken ist.

Ein Frau applaudiert

Die teilnehmenden Psychologinnen und Psychologen zeigten sich begeistert

„Neben den Vorträgen und Workshops ergab sich immer wieder die Gelegenheit zu einem kollegialen Austausch. Die Tagungsatmosphäre ließ hierfür genügend Spielraum bzw. lud geradezu dazu ein. Aus beiden Bereichen konnte ich für meine Arbeit einen Gewinn ziehen, und somit eine Nachhaltigkeit über die Tagung hinaus erzielen,“ bedankte sich Dr. Andreas Krombholz (Leiter Psychologischer Dienst, BBW Volmarstein) für die erfolgreiche Tagung. „Die Referenten waren sehr gut ausgewählt und haben das Thema Empowerment sehr greifbar gemacht,“ äußerte sich auch Gerd Emmermacher (Leiter Fachbereich Gesundheit, BBW Hannover) äußerst positiv über die Veranstaltung.

Für das Team des Psychologischen Fachdienstes des Bugenhagen BBW waren die von Offenheit und Austausch geprägte Stimmung, die vielen positiven Rückmeldungen und die zufriedenen Gäste ein Zeichen dafür, dass sich die monatelange Vorbereitung, Planung und Organisation durchwegs gelohnt hat und so die 35. Fachtagung der Psychologinnen und Psychologen der Berufsbildungswerke zu einem vollen Erfolg für alle Beteiligten wurde.