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„Beim Thema Inklusion lohnt es sich, in Qualität zu investieren“

12. Februar 2020

Auf Anfrage der bildungspolitischen Sprecher|-innen Schleswig-Holsteins (CDU/FDP/Grüne), die im Rahmen regelmäßiger Besuche verschiedener Bildungseinrichtungen einen Eindruck über Arbeitsbedingungen, Optimierungsbedarfe und Unterstützungsmöglichkeiten gewinnen möchten, öffnete das Bugenhagen Berufsbildungswerk am 07.02.20 gerne seine (vielen) Türen. 

Nach einem herzlichen Empfang durch Einrichtungsleiterin Inka Kielhorn, Henrik Meyer (Geschäftsführung Berufliche Bildung & Alten- und Suchthifle /Gruppe NGD) und dem weiteren Leitungsstab des BBWs, ging es in einer Gesprächsrunde ganz allgemein um die Arbeit eines Berufsbildungswerks. Die sieben politischen Vertreter|-innen waren vor allem überrascht von der Größe und dem vielfältigen Ausbildungsangebot sowie den unterschiedlichen Unterstützungen der Fachdienste.

Drei Politiker im Gespräch mit einer angehenden Konditorin

Begeistert waren die Gäste auch von den Produkten und Auszubildenden in der Konditorei

Viele Fragen gab es auch zu der Berufsschule, die sich gleich neben dem Berufsbildungswerk befindet und zur Beruflichen Schule des Kreises Ostholstein in Oldenburg gehört. Dort wird der Unterricht passgenau an die (teils) sonderpädagogischen Bedürfnisse der Auszubildenden ausgerichtet und die theoretischen und praktischen Inhalte mit den Ausbildern/Ausbilderinnen des BBWs wechselseitig abgestimmt. Natürlich waren die bildungspolitischen Sprecher|-innen auch an konkreten Integrationszahlen und der Nachhaltigkeit der Vermittlung auf den Arbeitsmarkt interessiert, welche vor allem Anita Klahn (FDP) begeisterte.

„Die Erfolgsquote des Bugenhagener Konzeptes spricht für sich. Ganze 70 Prozent (2019) der Jugendlichen finden nach ihrer Zeit in Timmendorf einen Arbeitsplatz. Die intensive Betreuung und individuelle Förderung ermöglicht den jungen Menschen den erfolgreichen Start in die Erwerbstätigkeit. Gerade im Bereich des Handwerks gelingt es durch diese Art der Integration dem Fachkräftemangelentgegenzuwirken. Am Beispiel Bugenhagen wird deutlich, dass es sich beim Thema Inklusion lohnt, in die Qualität, nämlich bessere Ausbildungsbedingungen, qualifizierte Lehrkräfte und eine intensive Betreuung, zu investieren." 

Für Inka Kielhorn war es wichtig, auch auf Probleme einer erfolgreichen Integration hinzuweisen. Besonders das Thema bezahlbaren Wohnraum für die Absolventen*innen zu finden, lag der Leitung am Herzen. Jeder Arbeitsplatz ist geknüpft an eine Wohnung und jede Wohnung an einen Arbeitsplatz. Wenn sich allerdings keine bezahlbare Wohnung findet, dann sieht es auch für den Einstieg in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis schlecht aus. Diesen Hinweis wollten die politischen Sprecher|-innen mit in ihre Parteien nehmen.

Politiker in der Tischlerei

In der Tischlerei präsentierten die Auszubildenden stolz ihren Beruf

Bei einer anschließenden Führung durch das Hauptgebäude konnten sich die Vertreter|-innen dann von der Stimmung und den Gegebenheiten im Haus ein Bild machen. Sowohl in der Tischlerei, als auch in der Textilpflege und der Konditorei konnte man sich mit Mitarbeitenden und vor allem Auszubildenden unterhalten, die stolz ihren jeweiligen Beruf vorstellten und so das Berufsbildungswerk am besten repräsentierten.