Kein Platz für Mobbing - Gerade nicht hier bei uns

04. Februar 2019

Seit einigen Wochen hängen an allen unserer Standorte verschiedene Plakate, die auf das Thema „Mobbing“ hinweisen. Verantwortlich hierfür ist die Teilnehmendenvertretung (TNV), die es sich zum Ziel gemacht hat, eine Anlaufstelle bei Problemen und Schwierigkeiten unter den Auszubildenden zu werden, gerade wenn es sich um verbale Gewalt, Beleidigungen oder Ausgrenzungen handelt.

„Es gibt hier Menschen, die  sehr introvertiert sind und die trauen sich meist nicht zu sagen, wenn sie beispielsweise gehänselt werden. Hier möchten wir einschreiten, wir wollen, dass jeder Teilnehmende hier weiß, dass es eine Stelle gibt, an die er oder sie sich immer wenden kann und das anonym und diskret“, erklärt Katharina Borchert, Auszubildende zur Kauffrau für Büromanagement, das übergeordnete Ziel des Projekts. 

Frau Borchert bei einem Gespräch mit einer Kollegin

Katharina Borchert beim Gespräch mit einer Kollegin

Entstanden ist die Idee zu dem Projekt in Eigeninitiative, der sich dann andere Mitglieder der TNV anschlossen: „Gerade wenn man sich in den Raucherbereichen befindet, merkt man schnell, wie gelästert wird und welch harter Umgangston teilweise herrscht. Da wird manchmal ganz natürlich beleidigt oder ein dummer Spruch gebracht und das finde ich schrecklich. Gerade hier in einem Berufsbildungswerk ist ja jeder aus einem bestimmten Grund und da ist keiner besser oder schlechter. Jeder verdient das gleiche Maß an Respekt und Akzeptanz und dieses Bewusstsein müssen wir von der TNV stärken und vorleben.“

Bis dorthin gibt es aber noch Arbeit, denn erstmal muss bekannt werden, dass sich die TNV solchen Fällen annimmt: „Deshalb haben wir gleich drei verschiedene Plakate von unseren Auszubildenden der Mediengestaltung entwerfen und drucken lassen, die wirklich überall hängen sollen. Jeder soll mitbekommen, dass wir bei Problemen da sind. Es kann nicht sein, dass jemand mit  schlechtem Gefühl zur Arbeit geht, weil er befürchtet, geärgert zu werden. Jeder Mensch ist verschieden und reagiert entsprechend unterschiedlich auf Witze oder Beleidigungen. Wir sind vor allem für die da, die sich nicht wehren können. Konkret bedeutet dies, dass man uns immer ansprechen oder anschreiben kann und wir uns das Problem erstmal anhören. Dann suchen wir diskret das Gespräch mit dem, der möglicherweise mobbt und informieren uns über seine Sicht der Dinge. Dabei ist nicht das Ziel, dass alle gleich zu dicksten Freunden werden, das wäre komplett unrealistisch, aber wir wollen einen respektvollen Umgang. Sollte dies auch nach den Gesprächen mit uns nicht möglich sein, scheuen wir uns auch nicht, mit den entsprechenden Mitarbeitenden oder der Einrichtungsleitung eine Lösung zu finden. Fakt ist, jeder hier ist verschieden und gerade hier im Berufsbildungswerk ist von daher kein Platz für Mobbing“.